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Förderung des Erbes
Louise Zemlinsky hat nach dem Tod ihres Bruders und ihres Mannes einen weiteren bestürzenden Schicksalsschlag erleben müssen. 1945 wurde ihr in einem Telegramm mitgeteilt, dass ihre Mutter und ihre Tante höchstwahrscheinlich im KZ ermordet wurden.
Im Mittelpunkt aber stand das Bedürfnis, die Förderung des Erbes langfristig und institutionell zu sichern. So spendete sie einen größeren Betrag dem College of Music bei der University of Cincinnati. Die Spende floss in die Einrichtung eines Kompositions- und eines Instrumentalistenwettbewerbs, die beide Zemlinskys Namen tragen und seit den 90er Jahren an diesem Institut ausgetragen werden, an dem mit Walter Levin lange Zeit ein großer Verehrer Zemlinskys lehrte. Die bedeutendste Initiative Louises aber war die Einrichtung des Alexander-Zemlinsky-Fonds bei der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien, der mit Hilfe einer größeren Spende aus ihren Mitteln 1989 in Wien gegründet wurde. Zweck des Fonds, dessen Vorsitzender Peter Dannenberg ist, ist die "Förderung und Verbreitung der Werke Alexander Zemlinskys sowie die Auseinandersetzung mit seinem Leben, seinem Wirken und seinen Werken." Zum Fondskomitee gehören außerdem Gerd Albrecht, Thomas Angyan, Christoph von Dohnányi, James Levine, Peter Marboe und Peter Ruzicka. 1992 starb Louise in New York. Sämtliche Rechte an der Musik Zemlinskys gingen nun an den Fonds über. Wien hat es Zemlinsky zeit seines Lebens nicht leicht gemacht. Jetzt aber, 50 Jahre nach seinem Tod, hatte sein Erbe zumindest sein "logisches Zuhause" (Peter Marboe) gefunden.
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